- 29.09.2026
- Betriebs-Berater (BB)
Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Juristenausbildung
Künstliche Intelligenz, insbesondere Large Language Models, verändert die Arbeitswelt der Juristen grundlegend. Weite Teile des Hochschulsystems reagieren darauf mit Verboten und Zugangssperren – einer Verweigerungshaltung, die nicht nur wirkungslos, sondern kontraproduktiv ist. Der vorliegende Beitrag plädiert für eine Integration von KI-Kompetenz in die juristische Ausbildung auf allen Ebenen. Er zeigt, dass die eigentliche Gefahr nicht in der Verwendung von KI liegt, sondern in ihrer unkritischen, unreflektierten Nutzung durch unzureichend ausgebildete Juristinnen und Juristen. Diese Verbindung – mangelnde Fokussierung auf eigene Rechtskenntnisse kombiniert mit unkritischer KI-Nutzung – ist keine bloße Qualitätsfrage, sondern ein strukturelles Haftungs- und Systemrisiko für die Rechtspflege. Die juristische Methodenlehre bietet dabei einen strukturellen Vorteil: Sie war immer schon auf Kompetenz, nicht auf bloßes Detailwissen ausgerichtet. Dieser Vorteil muss genutzt und um neue Kompetenzen – insbesondere die kritische Überprüfung von KI-generierten Inhalten sowie das gezielte Steuern von Sprachmodellen – ergänzt werden.
Zugriff erhalten Sie mit: